Ironie der Geschichte war es, dass die Frauenkirche erst 1942 nach langwierigen Restaurierungsarbeiten wieder eingeweiht wurde. Eine Schließung war 1938 nötig geworden, um die Statik der Kirche zu sichern. Die Baukunst George Bährs blieb trotz aller Genialität ihrer Zeit geschuldet. Die Kräfte der konkaven Kuppel legten sich weniger auf die Außenmauern als auf die acht Mittelpfeiler und erzeugten Risse, die am Kuppelansatz immer wieder Regenwasser in den Innenraum einsickern ließen. Der viel größere Riss in der Geschichte Dresdens sollte mit den Trümmern der Frauenkirche ein Symbol erhalten, über die Stadt hinaus Zeichen für die Irrungen menschlichen Handelns schlechthin.